Katastrophenlage in RLP und NRW

Nachdem sich immer mehr abzeichnete, dass die Lage in NRW und RLP extrem ist, haben wir uns seitens des RETTUNGSNETZWERK e.V. Gedanken gemacht, wie wir mit unseren Möglichkeiten helfen können. Im ersten Step haben wir am 15.07. um 14:23 Uhr eine bundesweite Abfrage der Einsatzbereitschaft unserer Piloten über das Alarmierungssystem durchgeführt. Innerhalb kürzester Zeit haben 23 Drohnenpiloten zugesagt. Diese Zahlen wurden dann den beiden Lagezentren in den jeweiligen Innenministerien der Bundesländer gemeldet. 

Am 16.07. um 14 Uhr machten sich 2 Mitglieder von München aus auf den Weg um vor Ort einen Standort einzurichten. Kurz vor Günzburg auf der A8 mussten wir allerdings stoppen, da auf der Gegenspur ein schwerer Unfall mit mehreren Fahrzeugen gerade erst passiert war. Wir übernahmen zusammen mit einem Bundeswehrsoldaten die Sichtung der Verletzten und haben den Notruf über die genaue Lage informiert. Nachdem der Rettungswagen und Notarzt eingetroffen waren, haben wir unsere Kontaktdaten bei der Polizei hinterlassen und sind weiter Richtung Ahrweiler gefahren. (Pressebericht zum Unfall: https://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Landkreis-Guenzburg-Unfall-auf-A8-zwischen-Guenzburg-und-Burgau-Verletzter-in-Klinik-geflogen-id60109361.html )

Nach einigen Staus sind wir um 20:30 Uhr in Bad Neuenahr angekommen und haben dort Kontakt zur örtlichen EInsatzleitung aufgenommen. Was wir auf dem Weg dorthin gesehen haben, läßt sich nicht in Worte fassen, aber wir verzichten auch explizit darauf Bilder hochzuladen. Durch die Einsatzleitung erfuhren wir auch, dass es noch verschiedene Gebiete gibt, die noch nicht abgesucht werden konnten und Drohnen hier eine gute Hilfe wären. Der Leiter vor Ort hat mit dem Lagezentrum RLP noch einmal abgeklärt, dass unsere Einsatzbereitschaft gelistet ist. Um nicht weiter im Katastrophengebiet im Weg zu sein, haben wir dann unseren Standort 20 km außerhalb bei der Shell-Tankstelle, B262 Gewerbepark, Mendig eingerichtet. Hier hat uns der Betreiber der Tankstelle einen Bereich des Parkplatzes und auch auch die sanitären Anlagen, inkl. einer blitzblanken Dusche zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

Für den Abend haben wir uns entschieden noch nicht weiter aufzubauen und erst einmal abzuwarten, welches Lagezentrum zuerst Bedarf meldet. Gegen Mitternacht rief dann auch das LZ RLP an, wollte aber nur noch mal genauere Informationen, was wir in Bereitschaft haben und ob wir auch nachtflugtauglich sind. Obwohl diese Daten alle schon schriftlich vorlagen, haben wir erneut alles gemeldet. Nach einer kurzen Nacht in ungemütlichen Autos wurde am Samstag, den 17.07. dann zumindest schon mal der Tisch und die Stromversorgung aufgebaut. In Reken wurde schon am Freitag eine Telefonzentrale eingerichtet und die Einsatzsoftware in Betrieb genommen. So konnten wir ab 8 Uhr auch eine Festnetznummer anbieten. Von dort aus wurde unser Hilfsangebot auch an andere Einsatzleitungen gemeldet. Alle Piloten haben sich mit ihrem Equipment auch da eintragen lassen.

Gegen 11 Uhr kam aus dem LZ RLP die Meldung, dass der Luftraum nach wie vor nur für Hubschrauber offen sei, sie uns aber weiterhin gerne in Bereitschaft hätten, wenn sich die Lage ändert. Da von der Feuerwehr Euskirchen der Wunsch geäussert wurde, dass Drohnen hilfreich wären, haben wir uns mittlerweile mit drei Autos auf den Weg nach NRW gemacht. 

In Erfstadt angekommen, wollten wir uns bei der örtlichen Einsatzleitung anmelden. Allerdings kamen wir zum denkbar ungünstigstem Augenblick. Herr Steinmeier und Herr Laschet waren kurz vor der Ankunft und der gesamte Bereich um die Einsatzleitung war zum Sicherheitsbereich erklärt worden und es standen unzählige Pressevertreter rum. Es entlockte uns ein Grinsen, dass wohl immer wieder Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Horn während der Pressekonferenz durchgefahren sind. War das ein versteckter Hinweis, dass man arbeiten muss und nicht nur Worte helfen? Da es wohl geplant war, dass die beiden Herren in dem Gebiet noch eine Zeit unterwegs sein würden und somit Drohnenflüge auch im EInsatzfall eher unwahrscheinlich sein würden, haben wir uns entschlossen wieder heimzufahren. Mittlerweile ist auch in Teilen Bayerns der Katastrophenfall ausgerufen worden und wir haben ja genügend Kräfte im Bereich NRW und RLP, die für Anforderungen auch kurzfristig zur Verfügung stehen. 

Die Hotlines sind weiterhin besetzt.




Standort RLP

Ladetechnik, Stromaggregat und Computer sind in Betrieb

Standort RLP

Nach einer unbequemen Nacht im Auto sind wir einsatzklar und warten auf Anforderungen


Technik

Technisch sind wir gut gerüstet um bei Bedarf die Livevideos aus der Luft direkt an Leitstellen oder Krisenstäbe zu senden.

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